Wege in den Journalismus

====== Journalist: Wege zum Journalismus ======

Experten sind mehr denn je gefragt. Die Welt wird immer komplexer, die Zeitschriften immer zielgruppenorientierter, so dass es ohne Experten – beim Anlegermagazin bis zur Zahnärztlichen Monatsschrift – nicht mehr geht. Entsprechend haben speziell Ausgebildete die besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Zum Teil werden sogar Experten ohne journalistische Ausbildung sofort als Redakteur eingestellt und erst dann mit den nötigen Grundlagen für eine gute „Schreibe“ vertraut gemacht. Denn wie bereits erwähnt: Es ist zuvorderst ein Handwerk!

 

===== Vor dem Eintritt in den Beruf =====

kann also

* ein Fachstudium absolviert werden, oder

* ein Fachstudium mit einem Stipendiat Journalismus

* ein Fachstudium mit paralleler Ausbildung bei einer Journalistenschule

* ein Fachstudium Journalismus

 

Die Fachstudiengänge Journalismus werden von etlichen Chefredakteuren argwöhnisch beäugt. Das liegt vor allem daran, dass die Ausbildung sehr viel Theorie beinhaltet und vor allem keine Experten für inhaltliche Fragen der Medien ausgebildet werden, sondern eben Kommunikationsexperten. Der Abschluss zum Diplom-Journalisten garantiert also längst nicht eine Redakteursstelle. Inzwischen haben die Hochschulen aber auch reagiert und die Studiengänge praxisorientiert gestaltet, so dass ein genauer Blick in die Studienordnung lohnt, um eine abshließende Bewertung vorzunehmen.

 

===== Übersicht der Ausbildungswege =====

==== Freie Mitarbeit ====
bei einer Zeitung, Fernsehen oder Hörfunk. Perspektive: Volontariat

==== Vorteile: ====
Die praktischen Erfahrungen sind nicht zu unterschätzen. Man lernt den Redaktionsalltag kennen, darüber hinaus eine Vielzahl nützlicher Tipps und Arbeitspraktiken durch die erfahrenen Kollegen.

Das Rüstzeug holt man sich am besten im Lokalteil einer Zeitung.

==== Nachteile: ====
Jeder Chefredakteur oder Ressortleiter verspricht einem die Aussicht auf eine Festanstellung oder ein Volontariat. Am Ende arbeitet man jahrelang als Freier, verdient relativ schlecht und bekommt einfach nicht die ersehnte Ausbildungsstelle. Daher: Dieser Weg ist ein Einstieg, mehr nicht!

Viele vergessen über die freie Mitarbeit ihr Studium. Sie werden so in den Redaktionsalltag eingebunden, als wären sie bereits Redakteur. Am Ende brechen sie das Studium ab und haben kaum mehr eine andere Möglichkeit, als immer bei dieser Zeitung zu bleiben.

==== Fazit: ====
Praktika und freie Mitarbeiten sind absolut zu empfehlen. Wer ewig im Lokalen arbeiten will, der möge als Freier weiter auf die Ausbildungsstelle hoffen, für alle anderen gilt: Ohne abgeschlossenes Hochschulstudium sind die Chancen auf dem Markt inzwischen gleich null. Das selbe gilt im Übrigen auch für Aushilfen in der Online-Redaktion!

 

==== Studienbegleitend Berufserfahrungen ====
sammeln und sich anschließend mit dem akademischen Grad in der Tasche bewerben.

==== Vorteile: ====

Da das Berufsbild Journalismus sehr gefragt ist, gibt es mit dem Diplom in der Tasche viele Alternativen, sollte es mit dem Volontariat nicht klappen. Als Beispiele seien genannt :Jobs in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Unternehmen oder der öffentlichen Verwaltung. Wer gerne schreibt, kann sich an Drehbüchern oder literarsichen Werken versuchen oder gar sich selbstständig machen und seine Arbeiten dann an die Medien verkaufen. Oder man versucht sich noch mit einem Aufbaustudium Journalistik oder gleich bei Journalistenschulen.

==== Nachteile: ====

Nicht bekannt.

 

==== HINWEIS: ====

Im Jahr 2004 hat die ABZV unter allen deutschen Tageszeitungen eine Umfrage durchgeführt. Das Bildungswerk der Zeitungsverleger wollte wissen, wie es um die Bewerber für Volontariate und um die Zahl der Stellen bestellt ist. Das Ergebnis zeigt: Ohne Studium geht fast nichts mehr. Es dürfte auch heute noch gelten und ist sicher sehr hilfreich für alle, die wissen wollen, ob sie eine Chance auf ein Volontariat haben, oder sich noch entwickeln müssen.

===== TIPP: =====

Richten Sie Ihre Diplom- oder Magisterarbeit thematisch bereits auf einen möglichen Beruf im Journalismus aus (d.h. aktuelles Thema usw.). So können Sie noch einmal ihre Fachkompetenz unterstreichen.

 

==== Ausbildung bei einer Journalistenschule ====

==== Vorteile: ====

Wer bei einer Journalistenschule eine Ausbildung macht, profitiert von den vielen Kontakten die über eine solche Einrichtung mit der Praxis existieren. Die Henri-Nannen-Schule etwa ist an den Gruner & Jahr-Verlag angedockt und die Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten an die Verlagsgruppe Handelsblatt. Unabhängige Schulen wie die Kölner oder die Münchner Schule verfügen aber ebenso über ein Netzwerk und bieten ihre Ausbildung immer in Verbindung mit einem Studiengang an. Auf Veranlassung der Schulen werden etliche Praktika in Verlagen absolviert  – und in der Regel kommen am Ende 98 Prozent der Absolventen bei Zeitungen unter.

==== Nachteile: ====

In der Regel kosten die Schulen Geld. Wenn nicht gerade ein Studium parallel zur journalistischen Ausbildung vorgeschrieben wird, ist eigentlich ein Studiumabschluss Voraussetzung zur Zulassung zu einer Journalistenschule. Es sei denn, der Bewerber kann bereits so gut schreiben, dass er als außergewöhnliches Talent genommen wird.

===== Hinweis: =====

Bei den Auswahlkriterien der Journalistenschulen zeigt sich, wie wichtig das Studium ist: Die Schulen suchen Spezialisten in Sachgebieten. Das Schreiben wird den Experten dann in aller Regel mit mehr oder weniger Erfolg vermittelt (bei der Bewerbung schon journalistisch schreiben zu können, schadet aber nicht).