Bündnis für Erziehung: SZ misslingt Aufdeckung

— Neben dem Spindoktor versuchen auch die Tageszeitungen immer wieder, dem Spinning der Politik auf die Schliche zu kommen. Die SZ versucht es heute gleich auf Seite 1 in ihrem Bericht über die Familienpolitik der großen Koalition. „Die Ministerin wies darauf hin, dass im Bereich der Kindergärten die Kirchen unter den freien Trägern einen Anteil von 72 Prozent haben. Allerdings ist diese Zahl irreführend, da die Gemeinden nicht mitgezählt werden. Der Anteil der kirchlichen Kitas an der Gesamtzahl beträgt lediglich 44 Prozent.“ Gut gebrüllt, nur leider falsch. Der Begriff „freie Träger“ bedeutet ja genau, dass die Betriebe der öffentlichen Hand nicht mitgezählt werden, also auch nicht die Kitas der Gemeinden. Warum also, hat sich die SZ in der Nachricht zu diesem Kommentar hinreißen lassen, der dort gar nicht hingehört – war es Unwissenheit oder gar Abneigung gegen die Ministerin oder die Kirchen in Deutschland?

Und ansonsten:
*** Die FAZ beschäftigt sich heute intensiv mit der Lage der Presse in Weißrussland und lässt den Chefredakteur der gestern geschlossenen, letzten unabhängigen Tageszeitung „Nascha Niva“eindringlich zu Wort kommen: „Der Anschlag auf „Nascha Niva“ symbolisiert den Beginn der dritten Amtsperiode Alexander Lukaschenkas: Die letzte unabhängige Tageszeitung in weißrussischer Sprache wird geschlossen. Das letzte weißrussischsprachige Gymnasium wird geschlossen. Radio und Fernsehen boykottieren Rockgruppen, die in weißrussischer Sprache singen. Die Auflösung des Schriftstellerverbandes ist eingeleitet. Dutzende von Zeitschriften sind verboten worden. Die Gründung von Radio- und Fernsehsendern, die in weißrussischer Sprache senden, ist illegal. Die Auslöschung kultureller Alternativen ist zum Staatsziel erhoben worden. Man will dem weißrussischen Volk eine einheitliche sowjetische Identität aufzwingen. Es geht heute nicht mehr um die Rettung der „Nascha Niva“ oder der unabhängigen Presse. Der fortbestand der weißrussischen kulturellen Identität steht auf dem Spiel.“