Journalismusausbildung.de

Der Blick hinter die Kulissen – Die Welt der Medien

nachricht

SuperIllu: Nachruf auf Vorrat

— Wie schaffen es Zeitungen immer wieder, schnell auf plötzliche Ereignisse zu reagieren?
Die Superillu verrät heute unfreiwillig, wie es geht. Die Redaktion hatte wohl gehört, dass der Aktfotograf Günter Rössler gestorben sei und hat heute einen Nachruf publiziert. Rössler aber ist quicklebendig, wie der SPIEGEL berichtet. „“Es war eine Verknüpfung unglück-licher Umstände, die uns unendlich leid tut“, heißt es aus der „Super-Illu“-Redaktion. Der stellver-tretende Chef-redakteur der Zeitschrift, Stefan Kobus, schreibt in einer Meldung an Agenturen und Tageszeitungen, der Redaktion sei „ein bedauerlicher Fehler unterlaufen. Aufgrund einer Fehlinformation wird auf Seite 82 über das Ableben des Fotografen Günter Rössler informiert“. Die Meldung habe sich als nicht zutreffend herausgestellt, heißt es dort etwas lapidar. „Zum Glück lebt Herr Rössler.“
Dann lief die Medienmaschinerie los: Nachdem Superillu die „News“ an die Agenturen gegeben hatte, tauchten Reporter der BILD noch am gleichen Abend vor dem Haus des vermeintlich Verstorbenen auf.
„Dass die „Super-Illu“ in ihrer nächsten Ausgabe eine Richtigstellung bringen und darin erklären will, wie es zu dem Fehler kommen konnte, reicht Rössler nicht aus. Man habe sich nun darauf geeinigt, über Nachrichtenagenturen die Meldung vom Tod des Künstlers richtig zu stellen. Bis Donnerstag Mittag hatten die Agenturen die von der „Super-Illu“ herausgegebende Stellungnahme noch nicht verbreitet. “
Inzwischen findet sich eine Richtigstellung online.
In der Regel haben Redaktionen Nachrufe vorab geschrieben und aktualisieren sie immer wieder. Stirbt dann jemand, kann schnell reagiert werden und ein entsprechend würdigender Text veröffentlicht werden. Vorher wird aber recherchiert, ob die Person auch wirklich verstorben ist. Wer liest schon gerne seinen eigenen Nachruf.

Und ansonsten:
*** In Weißrussland ist eine der letzten Oppositionszeitungen von der Polizei geschlossen worden. Der Grund: Eine Haftstrafe für den Chefredakteur.
*** Die einst linientreue SED-Zeitung „Neues Deutschland“ wird 60. Einst lag die Auflage bei 1,1 Millionen, heute sind es noch 50 000 verkaufte Exemplare täglich.

Scroll Up