Vanity Fair: Die Zukunft der New York Times

— Wie der Economist, so beschäftigt sich auch das US-Gesellschaftsmagazin Vanity Fair in seiner aktuellen Ausgabe mit der Zukunft der Medien, speziell mit dem Tageszeitungs-Schlachtschiff der Amerikaner, der New York Times. Dazu fasst der Perlentaucher in seiner Magazinumschau zusammen: „Michael Wolff hat einen atemberaubenden Bericht über den Zustand der New York Times verfasst. Die Aktien sind seit 2002 um fünfzig Prozent gefallen. Die Zeitung ist so schwach geworden, dass sogar die „schwachen Bush-Leute sich stark genug fühlen, sie anzugreifen“. Das Publikum läuft weg, Shareholder nagen an ihr, und Arthur Sulzberger jun., 54 Jahre alt und seit 1992 Herausgeber, versucht die Zeitung ins Internetzeitalter zu führen, wo sie für Wolff nichts zu suchen hat: Die mit viel Geld und Sachverstand erarbeiteten langen Versionen der Times „werden benutzt als Futter für die Kurzversion von jedermann… Das Internet, das einst als ideales Vehikel angesehen wurde, um ein gezieltes Publikum anzusprechen, entwickelt sich zu einem Supermassenmedium mit gigantischem Umfang, das auf billige Werbung angewiesen ist… Was die Times bestenfalls werden kann, ist so etwas wie about.com, ein Informationsplattform mit viel Umfang und wenig Qualität und riesigen Mengen an werbebezogenen Daten im Angebot, das Amateure, Fetischisten und Hobby-Journalisten einspannt, die für wenig Geld viel Ramsch produzieren, um die Page-View-Zahlen zu erhöhen.“ (Aber vielleicht hätte die New York Times einfach nur statt about zu kaufen besser in technorati investiert, um die besten Blogs auf ihrer Seite zu versammeln?)“
Wolff berichtet: „His vision of an ideal Times company sounds a lot like—without any sense of irony—Time Warner. (Once, during the boom years, I questioned Arthur about this enthusiasm for everything new-media. If this were the 50s, I asked, would he want the Times to buy a television network? „You bet I would,“ said Arthur.) „
Es zeigt sich wieder, dass die Debatte um die Zukunft der Verlage weltweit entbrannt ist. Wolff jedenfalls glaubt nicht an die Finanzkraft der Internetuser und liefert Zahlen: „To replace its $1.5 to $1.7 billion traditional business with its online business—as it keeps suggesting it will one day do, and as critics have urged it to do on an even faster timetable—the Times might, impossibly, have to increase its online business to 400 or 500 million users a month. Or it will have to remake its content to more accurately reflect its advertisers‘ interests: oversize-shoe advertisers pay more to be next to a story about oversize shoes than they do to be next to a story about the Iraq war. Or, in another approach, it could look to MySpace: while the Times’s 40 million monthly users generated, in May, according to ComScore, 489 million page views—this is the number that interests advertisers—MySpace’s 50 million monthly users, deeply entertained by its user-created content, generated 29 billion page views.“