Wie war das mit den elektronischen Nachrichten?

— E-mail, e-Mail, E-Mail, e-mail oder email – wie lautete die korrekte Schreibweise im Deutschen? Lisa Walgenbach hilft:

Die orthographische Phantasie kennt kaum Grenzen, wenn es auf deutschen Visitenkarten darum geht, die Kurzform von Electronic Mail (zu Deutsch: elektronische Post) anzugeben. Dabei lautet die einzig korrekte Schreibweise im Deutschen E-Mail – aus folgenden Gründen:

In Zusammensetzungen mit Einzelbuchstaben muss zwischen dem Einzelbuchstaben und der übrigen Zusammensetzung ein Bindestrich gesetzt werden (analog zu B-Probe, U-Bahn, T-Shirt etc.). Da es sich bei dem Grundwort Mail (zu Deutsch: die Post) um ein Substantiv handelt, ist dieses großzuschreiben.

Darüber hinaus sind viele Schreibende unsicher hinsichtlich des Genus von E-Mail. Bei der Artikelbestimmung von Fremdwörtern erweist sich folgendes Verfahren als hilfreich: Stammt das Wort aus einer Fremdsprache, die – wie das Englische – für alle Substantive einen einheitlichen Artikel vorsieht, der das Genus nicht anzeigt, erhält es den Artikel seiner deutschen Übersetzung (alternativ: erhält es den Artikel, den seine deutsche Übersetzung kennzeichnet.) Da das deutsche Wort für Mail weiblich ist (die Post), ist der das weibliche Genus kennzeichnende Artikel die korrekt, also die E-Mail.

Im süddeutschen, österreichischen und schweizerischen Sprachraum ist es verbreitet, das Wort E-Mail in Verbindung mit dem Artikel das zu verwenden, also das E-Mail. Die einschlägigen Wörterbücher tragen dieser Tradition Rechnung, indem sie den ihn als Variante für zulässig erklären.

Bei vielen Schreibenden wirft das Wort E-Mail-Adresse die Frage nach der korrekten Verwendung des Bindestrichs auf. Hier gilt folgende Regel: Wenn in einer mehrteiligen Zusammensetzung eine Zusammensetzung mit Bindestrich auftritt, ist zwischen allen Bestandteilen der Bindestrich zu setzen (analog zu U-Bahn-Station).