Das Fugen-s in Zusammensetzungen

Das Fugen-s bei Substantiven, die aus mindestens zwei selbstständigen Wörtern zusammengesetzt sind

 

Regel

Als Substantivkomposita bezeichnet man Substantive, die aus mindestens zwei selbstständigen Wörtern zusammengesetzt sind. Dabei wird das erste Glied Bestimmungswort und das letzte Glied, das jeweils ein Substantiv ist, Grundwort genannt. Im Deutschen wird die Mehrzahl der Substantivkomposita ohne Fugenelemente gebildet, d. h., ihre Bestandteile werden unmittelbar aneinandergefügt.

Beispiele

  • Abendsonne
  • Regenschauer
  • Tischplatte

Bei etwa 30 % der Substantivkomposita wird jedoch zwischen Bestimmungswort und Grundwort ein Fugenelement eingefügt, wie zum Beispiel ein Fugen-s.

Im Deutschen gibt es eine Vielzahl von Regeln über die Anwendung des Fugen-s.
Vor diesem Hintergrund können an dieser Stelle nur einige bedeutsame vorgestellt werden:

Wenn das Bestimmungswort auf -heit, -keit, -igkeit, -ing, -ling, -sal, -schaft, -ung, -at, -ion-,  -tät, oder -um endet, wird in das Substantivkompositum ein Fugen-s eingefügt.

Beispiele

  • Freiheitsliebe
  • Machbarkeitswahn
  • Einigkeitsstreben

Zusammensetzungen, deren Grundwort von einem Infinitiv bgeleitet ist, erhalten ein Fugen-s.

Beispiele

  • Essensrest
  • Schaffensperiode
  • Verhaltensmuster

Das Fugens-s steht bei zahlreichen Maskulina und Feminina, die von Verben abgeleitet werden, die ihrerseits eine Vorsilbe aufweisen.

Beispiele

  • Ausgangssperre
  • Rückzugszone
  • Verlaufsform   

Ein Fugen-s wird gesetzt in Zusammensetzungen, die das Substantiv Armut als Bestimmungswort enthalten,

Beispiele

  • Armutsfalle
  • Armutsrisiko
  • Armutszeugnis

in denen das Substantiv Geschichte als Bestimmungswort auftritt und die Bedeutung von Historie hat,

Beispiele

  • Geschichtsatlas
  • Geschichtsbewusstsein
  • Geschichtslehrer

die das Substantiv Liebe als Bestimmungswort aufweisen.

Beispiele

  • Liebesbrief
  • Liebesentzug
  • Liebesheirat